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Payback-Frage

Tom hatte eine Frage zum Umgang mit Payback:

In "meinem" Edeka fragte der Kassierer die Leute in der Schlange vor mir ob die Payback benutzen. Bei allen Kunden die verneinten inkl. mir selbst, scannte der Mitarbeiter blitzschnell sein eigenes griffbereites Handy um die Punkte zu kassieren.

Meine Frage: ist das erlaubt?

Und was würdest du als Chef machen: Abmahnung? Oder sogar sofort kündigen nach dem Motto wer das macht unterschlägt auch Pfandflaschen? Oder eher im Gegenteil: raffiniert das System gespielt?

Außerdem würde es mich interessieren ob du als Eigentümer/ Kaufmann finanzielle Einbußen hättest, z. B. durch Provisionszahlungen / Kostenlos /weniger Gewinn etc.
Das ist ganz sicher nicht erlaubt und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass der genannte Kassierer das schon länger gemacht hat oder noch längere Zeit danach gemacht haben wird.

Als wir Payback Anfang letzten Jahres gerade neu hatten, haben wir auch an einem Tag mal ein paar Dinge ausprobiert, wozu wir eine Karte als Testkarte an die Kasse gelegt hatten. Unter anderem wollten wir etwas Punkte-Guthaben ansammeln, um den Vorgang der Auszahlung/Verrechnung mit einem Einkauf zu testen. An dem Tag hatten wir zehn Buchungen auf der Karte und drei Tage später bekam ich eine E-Mail der Edeka Konzernrevision mit der Info, dass besagte Karte auffällig oft benutzt worden ist und der Bitte, zu prüfen, ob das so alles in Ordnung ist.

Alles war neu und natürlich haben wir viel damit herumprobiert. Das war natürlich absolut plausibel, zumindest von meinem Standpunkt aus betrachtet – wie nun der oben erwähnte Mitarbeiter anderthalb Jahre nach Payback-Einführung das ständige Erfassen der eigenen Karte plausibel erklären möchte, nun, dazu habe ich keine Idee.

Die Frage, die nun vermutlich alle interessiert, kann ich übrigens auch nicht beantworten: Gibt es irgendwelche Konsequenzen seitens der Edeka oder Payback für den Mitarbeiter oder gar seinen Arbeitgeber? Da der Mitarbeiter sich eine Leistung erschleicht, die bei einem Einkauf direkt als Geld verrechnet werden kann, denke ich, dass er da schon zumindest ansatzweise mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gekommen ist. Aber ich bin kein Anwalt und auch kein Payback-Mitarbeiter und kann dazu wie gesagt überhaupt nichts konkretes sagen.

Unmittelbare finanzielle Einbußen hat der Einzelhändler / Arbeitgeber des Mannes wohl nicht und schon gar nicht in einem Rahmen nennenswerter Größe, aber letztendlich trägt sowas die gesamte Gemeinschaft.

Leserfrage / Haftung bei SB-Kassen

Marcel hat mir eine E-Mail geschrieben:

Hallo Björn,

der letzte Blogeintrag zu SB-Kassen hat mich an eine Frage erinnert die mir schon monatelang im Kopf schwirrt:

[…]

Bei SB-Kassen wird ja mindestens zusätzliche Arbeit dem Kunden aufgebürdet. Wie sieht es jedoch mit der Verantwortung für ungescannte / falsch gescannte Artikel aus?

Hast Du Erfahrungswerte von Kollegen aus dem LEH oder gibt es Regelwerke z. B. der EDEKA wie zu verfahren ist wenn der Kunde durch Fehlbedienung / Unachtsamkeit / Vergesslichkeit z. B. einen Joghurt nicht scannt?

Marcel
Eigene Erfahrungen habe ich natürlich nicht, da wir keine SB-Kassen haben und wir auch nie welche bekommen werden. Ich bin kein Anwalt und weiß auch nicht, ob das geltendes Recht oder irgendeine Grauzone ist – aber auf jeden Fall wird in der Praxis normalerweise oder zumindest oft so vorgegangen: Hat der Kunde an einer SB-Kasse Artikel nicht bezahlt, wird das im Regelfall knallhart wie Diebstahl behandelt. "Nicht bezahlt" bedeutet dabei gleichermaßen entweder gar nicht erfasst oder eine zu geringe Menge eingegeben.

Bei falsch gescannten Artikeln, z. B. weil man mit der Artikelnummer oder den Bildern bei Gemüse oder Backwaren durcheinandergekommen ist, sollte man mit Augenmaß abwägen. Wie entscheidet man zwischen Mutwillen und einem Versehen? Wenn eine 90-Jährige Kundin mit schlechten Augen den falschen Artikel mit einem ähnlichen Produktbild gedrückt hat, wird man wohl nicht mit aller Härte durchgreifen.

Meine Meinung ist aber vermutlich tendenziell eher negativ. Ich finde SB-Kassen nicht gut, zumal sie sowieso oft genug wegen Personalmangel nicht geöffnet sind, was eigentlich schon eine Ironie sondergleichen ist. Ist vielleicht auch nur hier in Bremen und Umgebung so und in anderen Gegenden ist man da viel mutiger, ich weiß es nicht.

Ganz persönlicher Nachtrag zum Thema SB-Kassen, der jedoch nichts mit der Frage von Marcel zu tun hat: Wenn in einem Geschäft nur SB-Kassen angeboten werden, es also keine Möglichkeit gibt, von einem Mitarbeiter abkassiert zu werden, und ich dennoch mit Kontrollen und Bonscanner-Schranke nicht als vertrauenswürdig behandelt werde, hat mich der Laden zum letzten Mal gesehen.